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Weibliche Hormone und hormonelle Gesundheit

Das hormonelle Gleichgewicht spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Frau. Östrogen, Progesteron, Androgene und weitere Hormone steuern unter anderem den Menstruationszyklus, die Fruchtbarkeit, den Stoffwechsel sowie Haut- und Haarwachstum. Schon geringe Abweichungen in der Hormonproduktion können sich bemerkbar machen – zum Beispiel durch Zyklusunregelmäßigkeiten, Stimmungsschwankungen oder körperliche Veränderungen.

Zyklusunregelmäßigkeiten

Ein regelmäßiger Menstruationszyklus ist ein Zeichen für ein gut funktionierendes Zusammenspiel der Hormone. Kommt es jedoch zu sehr langen, sehr kurzen, ausbleibenden oder besonders unregelmäßigen Zyklen, kann dies verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • natürliche Veränderungen etwa in der Pubertät oder vor den Wechseljahre

  • Stress, Gewichtsveränderungen oder intensive sportliche Belastung

  • hormonelle Störungen

  • Schilddrüsenerkrankungen

Eine gynäkologische Abklärung hilft dabei, die Ursache zu erkennen und die passende Behandlung einzuleiten.

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Das polyzystische Ovarialsyndrom ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im reproduktiven Alter. Typische Merkmale können sein:

  • unregelmäßige oder verlängerte Zyklen mit langen Pausen zwischen den Blutungen

  • erhöhte Androgenspiegel (z. B. verstärkte Körperbehaarung, Akne, Haarausfall)

  • Zystenbildung an den Eierstöcken

  • seltenere Eisprünge, daher möglicher Einfluss auf Kinderwunsch

  • Stoffwechselveränderungen wie Insulinresistenz

PCOS zeigt sich bei jeder Frau unterschiedlich und muss daher individuell diagnostiziert und behandelt werden. Die Therapie kann je nach Lebensphase und Beschwerden z. B. eine Zyklusregulation,, Stoffwechseloptimierung oder Hautbehandlungen umfassen. Bei Kinderwunsch kann mit der richtigen Behandlung des PCOS oft gut eine Schwangerschaft erreicht werden!

Vorzeitige Menopause – wenn der Hormonhaushalt früher aus dem Gleichgewicht gerät

Die vorzeitige Menopause (auch primäre Ovarialinsuffizienz oder POI genannt) beschreibt das Ausbleiben der Regelblutung und den Rückgang der Eierstockfunktion vor dem 40. Lebensjahr und betrifft etwa 1–4 % aller Frauen.

Bei einer vorzeitigen Menopause produzieren die Eierstöcke weniger Östrogen und Progesteron, was zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Zyklen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen führen kann. Auch die Knochengesundheit und der Stoffwechsel können durch den Hormonmangel beeinflusst werden.

Mögliche Ursachen

Die Auslöser sind vielfältig – oft bleibt die genaue Ursache ungeklärt. Häufige Gründe können sein:

  • genetische Faktoren

  • Autoimmunerkrankungen

  • Folgen von Operationen an den Eierstöcken

  • Chemo- oder Strahlentherapien

  • bestimmte Infektionen oder Stoffwechselerkrankungen

Welche Behandlungsmöglichkeiten der vorzeitigen Menopause gibt es?

Die Therapie richtet sich nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensalter und Ihrem Kinderwunsch. Häufig empfehlen wir:

  • (bioidentische) Hormontherapie, um den Östrogenmangel auszugleichen und langfristigen Gesundheitsrisiken vorzubeugen. Empfohlen bis zum 50. Lebensjahr.

  • Behandlungsoptionen bei Kinderwunsch, z. B. reproduktionsmedizinische Verfahren

  • Lebensstilberatung zu Ernährung, Bewegung und Stressreduktion

  • Begleitung bei seelischer Belastung, da die Diagnose emotional herausfordernd sein kann

Wir begleiten Sie einfühlsam und fachkundig

Eine vorzeitige Menopause bedeutet nicht das Ende Ihrer Lebensqualität. Mit individueller Beratung und gynäkologischer Diagnostik unterstützen wir Sie dabei, Beschwerden zu lindern, Ihre Gesundheit zu stärken und mögliche Fertilitätsoptionen zu besprechen.

Weitere Infos finden Sie unter anderem hier: www.menopause-gesellschaft.de

Perimenopause, Menopause, Postmenopause

Das „Hormonchaos“ in den Wechseljahren führt oft zu unregelmäßigen Zyklen: in der Perimenopause beginnt die Hormonproduktion der Eierstöcke unregelmäßig zu werden. Östrogen und Progesteron schwanken teils stark von Monat zu Monat, was den Zyklus unberechenbar macht 

und typische Beschwerden auslösen kann: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Brustspannen oder verstärkte PMS-Symptome. Diese Schwankungen sind ein normaler Teil des Übergangs, können aber sehr belastend sein.

Mit dem Eintritt in die Menopause sinken die Hormonspiegel dauerhaft ab, und in der Postmenopause bleiben sie auf einem stabil niedrigen Niveau.

Ausführlichere Inhalte dazu finden Sie bei GYN&WECHSELJAHRE.

Wann ist also eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll?

  • Eine ärztliche Abklärung ist empfohlen, wenn:

  • der Zyklus dauerhaft unregelmäßig ist oder ganz ausbleibt

  • starke Schmerzen oder ungewöhnliche Blutungen auftreten

  • Haut- oder Haarveränderungen zunehmen

  • ein Kinderwunsch besteht, aber der Eisprung ausbleibt

  • der Verdacht auf PCOS, eine vorzeitige Menopause oder eine andere hormonelle Störung besteht

Therapien bei Hormonstörungen

Die Behandlung hormoneller Störungen richtet sich immer nach den individuellen Beschwerden, der Lebensphase und den persönlichen Bedürfnissen der Patientin. Moderne gynäkologische Therapiekonzepte kombinieren medizinisches Fachwissen mit einem ganzheitlichen Blick auf Stoffwechsel, Lebensstil und reproduktive Gesundheit.

Mögliche Therapieansätze können sein:

1. Zyklusregulation

Bei sehr langen, kurzen oder ausbleibenden Menstruationszyklen kann eine medikamentöse Unterstützung helfen, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen. Je nach Ursache kommen z. B. zyklusregulierende oder ovulationsfördernde Präparate infrage.

2. Hormonelle Behandlung

Wenn die Beschwerden auf einen Mangel oder ein Übermaß bestimmter Hormone zurückzuführen sind, kann eine gezielte Hormontherapie sinnvoll sein. Diese kommt beispielsweise bei Östrogen- oder Progesteronmangel, bei stark erhöhten Androgenspiegeln oder im Rahmen des PCOS zum Einsatz.

3. Behandlung von Stoffwechsel- und Insulinresistenzen

Da hormonelle Störungen – insbesondere PCOS – häufig mit Stoffwechselveränderungen einhergehen, kann eine Verbesserung der Insulinsensitivität durch Ernährungsanpassungen oder unterstützende Medikamente hilfreich sein. Dies kann sich positiv auf Zyklus, Hautbild und Kinderwunsch auswirken.

4. Kinderwunschtherapie

Bei unerfülltem Kinderwunsch stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die den Eisprung unterstützen oder die Fruchtbarkeit verbessern können. Welche Therapie geeignet ist, hängt von der individuellen Diagnose ab und wird sorgfältig mit der Patientin abgestimmt.

5. Lebensstilorientierte Maßnahmen

Stressreduktion, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können das hormonelle Gleichgewicht positiv beeinflussen. Diese Maßnahmen können allein oder begleitend zu medizinischen Therapien eingesetzt werden und unterstützen häufig den langfristigen Erfolg.

6. Haut- und Haartherapie

Begleiterscheinungen wie Akne, Haarausfall oder vermehrte Körperbehaarung können gezielt behandelt werden – zum Beispiel dermatologisch oder hormonell unterstützend.

Unsere Praxis bietet moderne Diagnostik und individuell abgestimmte Therapieoptionen, um Ihre hormonelle Gesundheit bestmöglich zu unterstützen. 

Wir lieben Hormone! Kommen Sie in unsere Hormonsprechstunde, um sich beraten zu lassen.