Übersicht

Gynäkologische Krebserkrankungen 

Gynäkologische Krebserkrankungen betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane – dazu zählen Gebärmutterkörper, Gebärmutterhals, Eierstöcke, Vulva und Vagina. Zusätzlich spielt das Mammakarzinom (Brustkrebs) als häufigste Krebserkrankung der Frau eine zentrale Rolle. Eine gute Aufklärung, regelmäßige Vorsorge und eine zeitnahe Diagnostik sind entscheidend für erfolgreiche Therapien.

Häufigkeit und typische Altersgruppen

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter deutlich an – die meisten Diagnosen erfolgen zwischen 55 und 75 Jahren. Auch jüngere Frauen können betroffen sein, insbesondere bei familiärer Belastung oder genetischer Disposition (z. B. BRCA-Mutationen). 

Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)

Dies ist die häufigste bösartige Erkrankung der inneren Geschlechtsorgane. Sie tritt überwiegend nach den Wechseljahren auf, typischerweise um das 65. Lebensjahr. Ein wichtiges Frühsymptom ist eine vaginale (postmenopausale) Blutung („PMB“), obwohl die letzte Regelblutung (Menopause) schon lange zurückliegt. Jede PMB sollte ärztlich abgeklärt werden!

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Durch Früherkennungsuntersuchungen ist das Zervixkarzinom seltener geworden. Es betrifft häufiger Frauen zwischen 35 und 55 Jahren. Ursache ist meist eine Infektion mit bestimmten HPV-Typen. Bei regelmäßiger jährlicher gynäkologischer Untersuchung kann diese Art von Krebs meist in einem Frühstadium entdeckt werden.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Diese Erkrankung tritt meist im höheren Lebensalter auf. Da frühe Symptome fehlen, wird sie oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Eine Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens kann einen noch nicht symptomatischen Eierstockkrebs aufdecken.

Vorsorge in Deutschland

Brustkrebs

  • Regelmäßiges Abtasten der Brust ab dem 30. Lebensjahr.

  • Kassenleistung: Mammographie-Screening für Frauen von
    50 bis 74 Jahren, alle zwei Jahre

  • Bei familiärer Belastung oder genetischer Risikosituation: Intensivierte Früherkennung (z. B. MRT).

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Strukturiertes Vorsorgeprogramm:

  • Ab 20 Jahren: jährlicher Pap-Abstrich.

  • Ab 35 Jahren: HPV-/Pap-Co-Test alle drei Jahre.

Weitere gynäkologische Tumoren

Für Endometrium- oder Eierstockkrebs existiert kein standardisiertes Screening, dennoch können regelmäßige gynäkologische Untersuchungen insbesondere mit einem jährlichen Vaginalultraschall frühe Hinweise liefern. Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes oder familiäre Vorbelastung sollten besonders beachtet werden. Jede postmenopausale vaginale Blutung und unerklärliche Zunahme des Bauchumfangs sollte ärztlich abgeklärt werden!

Therapie – moderne und individuell abgestimmte Verfahren

Brustkrebs
Die Behandlung erfolgt meist kombiniert und umfasst:

  • Operation (brusterhaltend mit SLNE oder Mastektomie)

  • Strahlentherapie

  • Hormontherapie bei hormonempfindlichen Tumoren

  • Chemotherapie oder zielgerichtete Therapien (z. B. Antikörper, CDK-4/6-Inhibitoren) bei bestimmter Tumorbiologie, Tumorgröße und Lymphknotenbefall.

Welche Therapie geeignet ist, hängt u. a. von Tumortyp, Größe, Lymphknotenbefall und individuellen Risikofaktoren ab und wird interdisziplinär individuell festgelegt.

Gynäkologische Tumoren des Unterleibs

  • Endometriumkarzinom: Standard ist die operative Entfernung der Gebärmutter, bei höherem Risiko oder fortgeschrittenem Tumor kann zusätzlich eine Strahlentherapie (extern und/oder Brachytherapie) und ggf. eine Chemotherapie notwendig sein. Krebsinformationsdienst+2Leitlinienprogramm Onkologie+2

  • Zervixkarzinom: hier hängt die Therapie vom Stadium ab: In frühen Stadien ist eine operative Entfernung des Tumors möglich (Hysterektomie nach Wertheim), in anderen Fällen kann eine Kombination aus Radiotherapie und Chemotherapie (Radio-(Chemo)therapie) angezeigt sein. AWMF Leitlinienregister+1

  • Ovarialkarzinom: Kombination aus Operation und Chemotherapie; bei bestimmten Tumoren kommen zielgerichtete Therapien (z. B. PARP-Inhibitoren) zum Einsatz. Das Ovarialkarzinom erfordert in vielen Fällen eine spezialisierte und interdisziplinäre Therapie. SpringerLink+1

Durch Fortschritte in Chirurgie, Strahlentherapie und medikamentöser Onkologie verbessern sich die Heilungs- und Überlebenschancen kontinuierlich.

Es zeigt sich: Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung ist die Früherkennung und eine Versorgung in spezialisierten, zertifizierten Zentren — damit Diagnose, Therapie und Nachsorge optimal vernetzt sind. Leitlinienprogramm Onkologie+1

Warum Früherkennung durch eine regelmäßige gynäkologische Betreuung so wichtig ist

Gynäkologische Krebserkrankungen des Unterleibs oder der Brust entwickeln sich oft schleichend und ohne frühe, deutliche Symptome — erst veränderter Ausfluss, unregelmäßige oder postmenopausale Blutungen, ein Tastbefund oder Beschwerden wie Schmerz oder Zunahme des Bauchumfangs machen auf sich aufmerksam. Wird ein Tumor früh erkannt, stehen die Heilungschancen deutlich besser. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, sorgfältige Abklärungen bei Auffälligkeiten und eine offene Kommunikation zwischen Patientin und Arzt/Ärztin sind daher entscheidend.

In unserer Praxis möchten wir Sie einladen, Ihre gynäkologische Gesundheit ernst zu nehmen — auch dann, wenn im Moment alles „normal“ scheint. 

Vorsorge und Aufklärung sind zentrale Bausteine für Ihre Sicherheit und Ihr Wohlbefinden.

Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren

Besteht der Verdacht auf eine gynäkologische Krebserkrankung, arbeiten wir eng mit kompetenten, uns seit vielen Jahren vertrauten spezialisierten Zentren zusammen. So können weiterführende Diagnostik, multidisziplinäre Beurteilungen und gegebenenfalls eine rasche Therapieeinleitung optimal koordiniert werden. Die enge Abstimmung zwischen unserer Praxis und den zertifizierten Fachkliniken gewährleistet eine schnelle, sichere und individuelle Versorgung – von der ersten Abklärung bis zur weiteren Behandlung.

Nachsorge – ein wichtiger Baustein für langfristige Gesundheit

Nach Abschluss der Behandlung gynäkologischer Krebserkrankungen spielt die regelmäßige Nachsorge eine zentrale Rolle. Sie dient dazu, ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen, Nebenwirkungen der Therapie zu behandeln und die allgemeine körperliche und seelische Gesundheit zu unterstützen.

Je nach Tumorart und individueller Situation erfolgen die Kontrollen zunächst in kürzeren 

Abständen, später zunehmend jährlich: In den ersten 3 Jahren alle 3 Monate, bis zum 6. Jahr alle 6 Monate, dann jährlich. Die Nachsorge umfasst in der Regel körperliche Untersuchungen, bildgebende Verfahren oder Laboruntersuchungen sowie eine ausführliche Beratung. Ebenso wichtig ist die Unterstützung bei Fragen zu Lebensstil, Hormonen, Sexualität, Kinderwunsch oder psychischer Belastung.

Durch eine gut strukturierte Nachsorge bleiben Sie medizinisch begleitet – für mehr Sicherheit und Lebensqualität.